Alltag · Familie · Herbstmaus · Herbstzwerg

Es ist alles nur eine Phase, es ist …

… ANSTRENGEND. Zur Zeit.

Zwei kleine Kinder – beide mitten in einem Entwicklungsschub. Anders kann ich mir das momentane Verhalten der Kinder nicht erklären. Der Alltag ist dadurch anstrengend geworden und auch unser Urlaub war dadurch sehr anstrengend.

Bisher waren wir ja sehr verwöhnt durch die Beiden. Sie schlafen durch seit sie 7 Monate (der Große) bzw. 4 Monate (die Kleine) alt sind, also seit Mama wieder arbeiten geht. Auch Mittagsschlaf machen beide sehr gut. Sie brauchen den auch, denn sonst ist am Nachmittag alles doof. Einschlafen ist ebenfalls nie ein Problem gewesen. Spätestens nach 10-15 Minuten war Ruhe, natürlich bestätigen Ausnahmen die Regel. Bisher jedoch top, meist hatten wir gegen 18:30 Uhr Ruhe und Zeit für uns. Auch sonst ist im Tagesablauf alles ok gewesen, wenn man mal von den kleinen typischen Kindermacken absieht.

Was ist jetzt anders?

Die Kleine

Die Kleine steckt momentan voll in diesem Entwicklungssprung, den die Kinder so mit 17 Monaten bekommen. Bei ihr begann der nur etwas später, da sie ja ein 32-Wochen-Frühchen ist, dadurch können wir diese Entwicklungsschübe bei ihr nicht so an der Literatur fest machen. So eine kleine versetzte Entwicklung ist aber normal für sie und uns und auch der Kinderarzt sagt da nicht dagegen, denn alles ist noch in der Norm. Diese Phase hatten wir ja auch beim Großen und erinnern uns mit Schrecken an diese Wochen im letzten Jahr zurück.

Beim Wickeln ist es nun wieder so, dass am besten der Papa wickelt, für Mama wird das nämlich eh nur zur Tortour, denn Kind weigert sich und nimmt ständig reiß aus. War beim Großen auch so, das gibt sich aber wieder, damit können wir leben. Ich trickse da immer etwas, da gibt es auch schon mal ein kleines Spielzeug mit zum Wickeln, nur damit das Kind liegen bleibt. Ansonsten beginnt bei ihr voll die Phase des Selbermachens und seit sie endlich laufen kann, ist sie natürlich noch mobiler und da muss sich selbst der Große in Acht nehmen, denn sie stänkert. Ja das kleine Mädel kann richtig böse werden (O-Ton Kindergärtnerin), mit beißen, an den Haaren ziehen, schubsen, kneifen und so weiter. Das ist an sich ja normal, solange es nur eine kurze Phase ist, sie testet halt ihre Grenzen aus, aber sie macht das ja nicht nur daheim, sondern auch in der Kita mit den anderen Kindern und das geht mal gar nicht. Da können wir leider nur schimpfen und immer wieder betonen: Nein das macht man nicht. Für mich ist allerdings das Allerschlimmste, dass meine eigene Mutter dann noch zu mir sagt: Ja sie ist genauso wie du als kleines Kind! Na danke schön auch. Genetik ist toll, bis sie vor einem steht und an der Hose zieht. 😉

Der Große

Der Große wird ja im Oktober 3 Jahre alt und damit beginnt für ihn nun eine neue Phase in der Kita. Er wird von der Krippe in den Kindergarten wechseln und dadurch werden die meisten Kids in seiner Gruppe jetzt schon auf die neue Situation vorbereitet. Das bedeutet unter anderem, dass er nun tagsüber Windelfrei ist und selbstständig auf Toilette geht. Ich bin ja persönlich sehr froh, dass die Kita das Startsignal dafür gegeben hat, denn wir waren mit der ganzen Situation, wann fängt man an , wie geht man vor etc., doch sehr überfordert. Aber jetzt läuft es sehr gut. Zum Schlafen oder wenn wir länger mit dem Auto unterwegs sind, dann bekommt er noch eine Windelhose an. Manchmal bleibt sie dann trocken, aber oft ist dann doch was drin. Ist jedoch ok für uns. Wir machen da jetzt keinen Stress, dass er auch noch beim Schlafen windelfrei wird.

Durch diese neue Freiheit ist es nun zu Hause aber so, dass er auch allein in die Bäder kommen muss und auch in/aus allen anderen Zimmern und das nutzt er schamlos aus momentan. Vor allem wenn es abends schlafen gehen soll. Rein raus, rein raus, rein raus. Ich muss noch mal aufs Klo. 1-2-3x am Abend. Aargh. Waren wir selber als Kind auch so? Vermutlich. Früh morgens ist er nun auch bei Zeiten munter. Die Blase drückt ja. Gern mal so gegen 5:30 Uhr, zum Glück manchmal auch etwas länger, so bis 6 oder 6:15 Uhr. Dann muss er immer zuerst auf die Toilette und ruft dann immer wegen Popo abwischen. Die erste Zeit kam er auch direkt in unser Schlafzimmer und hat so ganz leise gesagt: Papa, ich bin munter. Und grinste dabei noch frech. Tolle neue Freiheit. Das mit dem nach der Toilette wieder ins Bett gehen, klappt vielleicht einmal in der Woche. Ich möchte gern mein Kind wieder haben, das bis 7 Uhr schläft und dann auch im Bett liegen bleibt bzw. nach der Toilette wieder ins Bett huscht. Aber nein, er will ja noch nicht mal zu uns kuscheln kommen. Nein aufstehen und Frühstückskakao* trinken bitte. Unter der Woche wenn es in die Kita geht, kann ich ja mit 6 Uhr leben, aber am Wochenende nicht. Zum Glück weckt er seine Schwester nicht noch, denn die ist zum Glück Langschläferin, aber auch Morgenmuffel.

Auch möchte er Abends nicht mehr so einfach ins Bett. Wir haben es probiert mit später als normal, also nach seiner Schwester. Dann durfte er immer noch etwas spielen oder auch mal auf YouTube einen Trickfilm schauen. War jedoch nicht so gut, da wurde er dann immer erst recht bockig, wenn es ins Bett gehen sollte. Buch vorlesen klappt auch nur so semi, denn er ist noch zu ungeduldig was das zuhören angeht und quatscht ständig rein. Mmh. Und seit dem Urlaub, als wir wegen alle schlafen zusammen und die Kinder halten sich gegenseitig wach, wirklich mal Einschlafbegleitung machen mussten, ist er total neben der Spur und das zerrt. Oft sagt er: Mama aufpassen. Da versuche ich ihm dann zu erklären, dass ich immer auf ihn aufpasse, aber nicht im Raum bleibe. Denn wenn ich im Raum bleibe, fängt er an Faxen zu machen. Mehrfach ausprobiert, auch im Urlaub. Kannste vergessen. Ich verstehe jetzt alle, die das seit Monaten durch machen. Das einzig Positive an diesem ganzen Wirrwarr zur Zeit ist, dass er seit fast einer Woche ohne Schnuller schläft und er liebte seinen Schnuller. Da sind wir ganz stolz auf ihn und er auch auf sich. Jedoch, vielleicht kommt er deswegen insbesondere Abends nicht zur Ruhe?

Was beim Großen zur Zeit auch noch sehr unserer Nerven (insbesondere meine) zerrt, ist, dass er überhaupt nicht hört. Ok, das macht die Kleine auch des öfteren nicht, aber bei ihr ist sowieso immer etwas interessanter als das was Mama sagt und ich teste mal aus, wie weit man gehen kann. Doch beim Großen ist es wirklich Trotz, Blödsinn oder was auch immer. Der macht was er will und ich versuche echt ruhig zu bleiben, was jedoch selten funktioniert. Aber ich will auch nicht immer schimpfen müssen. Ich habe ihn noch nie so viel weinen sehen, wie zur Zeit und das nur, weil wir strenger sein müssen. Doch sonst würde er machen was er will und das soll ja auch nicht sein. Gewisse Regeln muss man natürlich einhalten. Wenn er dann aber dadurch sich dann richtig reinsteigert oder auch zu einem sagt: Geh weg. bzw. Du nicht., dann blutet mein Mamaherz und ich bin noch mehr fertig als sonst und stehle mich dann immer aus der Situation raus, weil ich nicht mehr kann. Ich kann das hier gar nicht so alles genau beschreiben. Könnte aber direkt losheulen bei den Gedanken an solche Situationen, die momentan jeden Tag da sind.

Wie ist das alles für uns Eltern?

Es ist so schlimm zur Zeit für mich. Beim Mann geht es noch, aber auch er ist momentan fertig. Was mir besonders zu schaffen macht, ist die Situation, dass es beim Mann viel besser klappt. Sie hören bei ihm besser, das ins Bett bringen funktioniert schneller und und und. Wenn ich auf Spätschicht bin, bekomme ich immer Bilder von ganz entspannten Kindern und einem entspannten Mann zu gesendet. Nicht nett vom Mann ich weiß, aber es zeigt, dass es auch anders geht.

Bin ich zu sehr innerlich angespannt und übertrage das an meine Kinder? Will ich zu viel von mir selbst oder was ist der Grund, dass es bei mir scheißer läuft. Vielleicht habe ich ja auch nicht so eine enge Mama-Kind-Bindung, obwohl die Kinder zuerst immer Mama schreien und auch ankommen wenn sie mich sehen. Bin ich zu doof zum Muttersein oder fehlt mir die nötige Empathie? Wie bleibt man denn bitte schön innerlich ruhig und gelassen. Das war ich ja schon in den Schwangerschaften nicht, also ruhig und gelassen,da ich immer in Angst war, dass ich die Kinder verliere und diese Angst ist immer noch da. Blockiert das vielleicht meine Gelassenheit mit all den Phasen der Kinder umzugehen und darauf zu reagieren? Ich bin ratlos.

Aber es macht mir auch Hoffnung in euren Kommentaren vom letzten Post zu lesen, das es besser wird und das hoffe ich sehr, denn ewig halte ich das nicht durch. Und sagt man nicht auch entspannte Eltern, entspannte Kinder. Drückt uns die Daumen.

Bis bald.

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3 Kommentare zu „Es ist alles nur eine Phase, es ist …

  1. Ach Bianca, mach dich bitte nicht so verrückt. Solche Phasen kennt bestimmt jeder! Der eine mehr, der andere weniger. Erstens musst du mal sehen, welch Glück ihr bisher hattet, dass Eure Kinder immer so problemlos ins Bett gingen und durchgeschlafen haben!!! Das schaffen manche erst nach Jahren! Also erst mal das Positive sehen, auch wenn die Phase jetzt gerade schwierig ist. Das gehört halt mal mit dazu, aber ihr hattet auch schon richtig gute Phasen!
    Zweitens bist du keine schlechte Mama. Ich habe mal gelesen, dass Kinder in bestimmten Phasen gerade die Mama zurückweisen, sich dem Papa zuwenden, Mama immer alles falsch macht und das Kind dort besonders frech wird. Das liegt wohl u.a. auch daran, dass das Kind weiß, dass Mama immer für das Kind da ist, egal wie böse und frech es ist. Und wenn es ein Ventil braucht, muss da die Mama herhalten, denn die hält das aus, die liebt das Kind immer, egal was es macht. Der Papa natürlich auch… aber das ist meist eine andere Bindung. Dein Mann ist vielleicht auch etwas entspannter. Das ist doch gut! Stell Dir mal vor, er wäre auch ganz unentspannt, dann hättet Ihr noch weniger Ruhe! So ergänzt Ihr Euch und er kann Dir auch mal was abnehmen. Es gibt auch Kinder, die wollen immer nur die Mama, das kann auch an die Substanz gehen.
    Nimm Deine Kinder so wie sie sind und auch wenn sie gerade etwas schwierig sind. Die Zeit vergeht, die Phasen verschwinden und irgendwann wirst Du zurück schauen und darüber lächeln.
    Gönn Dir kleine Auszeiten und versuche Dich zu erholen. Vielleicht können die Großelter mal die Kinder abnehmen und Du bzw. Ihr macht mal was für Euch (Wellness oder so).
    Es wird wieder besser! Aber bitte bitte sag Dir niemals, dass Du zu blöd bist, eine Mama zu sein. Du bist die beste Mutter für Deine Kinder!!!

    Liebe Grüße und alles Gute.
    Dani Ela

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  2. Ich denke auch das du dich auf keinen Fall so fertig machen solltest. Diese Phasen sind normal bei dem einen mehr beim anderen weniger…Wir dürfen beim kleinen auch manchmal bis halb zehn abends am Bett sitzen bis er endlich schläft aber ich sage mir er brauch eben noch die Nähe zu uns trotz das er fast vier ist und wenn man sich rein teilt geht das schon…Eine ganze Weile durfte das nur mein Mann, momentan bin ich Mode. Obwohl ich mir oft auch mehr Zeit mit meinem Mann abends wünschen würde aber irgendwann schläft er alleine ein…Vielleicht hilft es ja die Phasen und stressreiche Zeit nicht zu sehr als Last zu sehen sondern trotz allem auch zu genießen so schwer es auch klingen mag…Sie werden so schnell groß und dann…Alles leicht gesagt ich weiß aber geht alles vorbei. Zeit für sich ist natürlich auch wichtig. Um Kraft zu tanken. Nur keine Selbstzweifel 🙂

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